Tuesday, January 31, 2006

Skifahren auf Japanisch

Ein Wochenende Skifahren mit ein paar von Jean-Philippes Kollegen. Wie die Japaner so sind, ist alles gut durchgeplant, mit Abfahrt am Freitagabend, Skifahren am Samstag und Sonntagvormittag und im Anschluss so gegen 13:00 Uhr zurück. Wir freuen uns darauf, zumal das Wetter wirklich schön ist.

Im Skigebiet angekommen, gestaltet sich das Ganze eher gemütlich. Spätes Frühstück, um 11:00 Uhr dann auf der Piste, vor der Mittagspause ein wenig fahren und so gegen 15:00 Uhr wieder zurück ins heiße Bad und zum Abendessen. Zum Glück bestand das Skigebiet nur aus drei Pisten, so dass wir uns bei längerer Fahrzeit sowieso nur gelangweilt hätten.

Der richtig schwierige Teil kam aber erst noch. Bei schönem Wetter hatten wir uns, wie gesagt, schon auf den Sonntagvormittag gefreut, nur dass von den Japanern keiner mehr Lust auf Skifahren hatte. Eigentlich wollten sie sogar nach dem Frühstück schon alle nach Hause, was sich aber keiner getraut hat, uns mitzuteilen und wir deshalb etwas verdutzt waren, als einer der Japaner beim Frühstück eröffnete, er wolle mit dem Zug 2 Stunden früher zurückfahren. Die übrigen hatten keine Ahnung, was sie mit uns bis zur geplanten Abfahrt um 13:00 Uhr eigentlich machen sollten und haben uns dann allen Ernstes vorgeschlagen, in ein Einkaufszentrum zu gehen. Jean-Philippe und ich haben immer nur sehnsüchtig auf das sonnenbeschienene Skigebiet am Hang gegenüber geblickt und haben sie (nach einer Diskussion unter vier Augen, in der wir uns darüber klar zu werden versuchten, was die Japaner uns eigentlich mitteilen wollen) schließlich gefragt, warum wir denn eigentlich nicht alle gleich um 11:00 Uhr zurückfahren. Daraufhin waren die Japaner doch sehr erleichtert und haben sich bei uns für den Vorschlag bedankt!

Ahhhh, warum können sie uns nicht einfach sagen, was sie wollen! Wenn sie gleich gesagt hätten, dass sie nach dem Frühstück nach Tokyo zurück wollen, dann hätten wir es wenigstens nicht bedauert, nicht mehr Skifahren zu können. Zudem wissen wir bis heute nicht, was sie eigentlich wirklich wollten und ob unser Vorschlag dann auch tasächlich der richtige war. Leider werden wir es nie erfahren und können nur hoffen, dass wir beim nächsten Mal schneller den richtigen Riecher haben...

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