Wednesday, June 07, 2006

Onzenbesuch mit Kaori

Nicht weit von hier hat vor einiger Zeit ein neues "Onzen" aufgemacht. Das sind ursprünglich wohl öffentliche Bäder, die eine natürliche heiße Quelle haben, und in denen man sich zum einen waschen und zum anderen im warmen Wasser erholen kann. Diese Bäder gibt es auch heute noch überall in Japan und die Japaner nutzen sie noch in dieser traditionellen Weise, d.h. sie gehen auch mal kurz für eine halbe Stunde ins Onzen, eben gerade die Zeit, um sich zu duschen und zehn Minuten im heißen Wasser zu sitzen. Onzen sind also keine Thermalbäder wie sie in Deutschland existieren und genutzt werden, wo wir uns extra viel Zeit nehmen und ganze Tage im Wellnessthermalbad verbringen (siehe Erding), sondern der Badbesuch wird das hier einfach in den Tagesablauf integriert. Gerade im Winter, wo es in den japanischen Häusern empfindlich kalt werden kann, eine sehr angenehme Sache! Nicht so das neue Bad in Shin-Urayasu. Mit über 20 verschiedenen heißen Becken ist es die größte Anlage, die ich je in Japan gesehen habe. Und im Gegensatz zu den normalen japanischen Onzen, in denen strikt nach Geschlechtern getrennt wird, gibt es hier auch einen gemeinsamen Bereich, aber natürlich nur mit Badeanzug. Kurz nach Betreten darf man sich seinen Yukata aussuchen (eine Art Bademantel), bekommt zwei große flauschige Handtücher und ein kleines (dessen Zweck mir immer noch nicht klar ist: für einen Waschlappen zu groß, gelingt es den Japanerinnen, es sich um die Hüften zu binden, wofür mir jedoch die Natur einen zu großen H... mitgegeben hat, und der Rest der Frauen legt es sich auf den Kopf, wenn sie in den heißen Bottich steigen...), alles praktisch in einer Tasche, die man dann immer vor den jeweiligen Becken in ein Regal stellen kann. Und so haben sich meine japanische Freundin Kaori und ich in die Umkleidekabinen (sehr japanisch, siehe Foto) und von dort aus weiter zu den heißen Bädern vorgewagt. Nun meinte Kaori schon bereits vor dem Onzenbesuch, dass sie gerne ALLE Becken ausprobieren möchte. Ich habe sie natürlich nicht ernst genommen, da es, wie gesagt, über 20 davon gibt und das kälteste! 39° hat. Die übrigen Bäder bewegen sich so zwischen 40° und 43°. Obwohl ich inzwischen schon Zeit hatte, mich daran zu gewöhnen, halte ich es maximal 10 Minuten in so heißem Wasser aus und dann auch nicht mehr als drei Becken hintereinander. Europäer sind da richtige Weicheier und so konnte ich auch nur einen Teil der Becken ausprobieren und habe den Rest der Zeit Kaori zwar begleitet, bin aber am Rand sitzen geblieben. Auf diese Weise bin ich einem Kreislaufkollaps entgangen und konnte das Onzen mit Kaori richtig genießen. (Übrigens: Kaori hat auch nicht alle Becken geschafft, sie hat noch drei für den nächsten gemeinsamen Besuch übrig gelassen.)

There is a new Onzen in Shin-Urayasu which is really big. Kaori and I wanted to go there for a long time and did it finally about 2 weeks ago. It was really nice and there were over 20 baths with hot water. Inside and outside and there is even an area where you have to wear swimsuits, so that man and woman can enjoy the bath together. Yukata and bathtowels are provided (you can even chose between different colors and styles) and there are many nice restaurants to have a break and a coffee or a soda. Kaori told me before that she wanted to try all the different baths, and I thought she was kidding because there are too many of them. But she had really a lot of courage and tried almost every bath (I think she left only 3 of them for the next visit). It was a really nice afternoon and I'm looking forward to the next time that we will go there!

2 Comments:

Anonymous Kyoko said...

You enjoyed the Onsen :)
You tried Yukata?
Kaori left 3 baths for next visit!?
How many baths did you leave?

4:28 AM  
Blogger Cordula Bitterlin said...

Yes, we wore both Yukata, and very nice ones!
Concerning the baths: I think I left over 10...
Good reason to return!

6:52 AM  

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