Tuesday, May 30, 2006

Regen, Sonne und Balkone

Die Regenzeit in Japan findet im Juni statt.
Zumindest steht es so in jedem Reiseführer, und fragt man einen Japaner, so wird er dies gerne bestätigen. Die Japaner gehen bei der Einteilung ihrer Jahreszeiten sogar besonders streng nach dem Kalender. So fängt beispielsweise der Frühling Ende März an, und auch wenn es draußen gerade mal 5 Grad hat, werden japanischen Kindern keine Strümpfe und Jacken mehr angezogen, weil ja schließlich Frühling ist.

Und so ist es für einen Japaner natürlich unvorstellbar, dass die Regenzeit dieses Jahr evtl. schon im Mai stattgefunden haben könnte, wo wir zwischen drei Wochen Dauerregen doch schließlich einen Sonnentag hatten!
Wir Ausländer haben diesen sonnigen Sonntagnachmittag natürlich draußen verbracht, sind gemütlich bis zur Bay spaziert und haben uns einen ersten Sonnenbrand geholt. Für Japaner wohl nicht nachvollziehbar, da sie Sonnenschein grundsätzlich nicht mögen und bei so einem Wetter lieber in ihren klimatisierten und abgedunkelten Wohnungen bleiben, oder allenfalls noch in die Shoppingmall fahren.

Und so kommt es auch, dass zwar jede japanische Wohnung einen Balkon hat, dieser aber nicht etwa wie in Europa dazu dient, bei schönem Wetter draußen zu sitzen, sondern ausschließlich die Funktion eines Wäschetrockners besitzt. Japan hat zwar ein sehr feuchtes Klima, Wäschetrockner sind aber sehr wenig verbreitet. Da können drei Wochen Dauerregen schon eine Katastrophe sein, was das Waschen und Trocknen schmutziger Wäsche angeht.

Und so bietet sich dem spazierengehenden Gaijin ein sehr interessanter Anblick der Hausfassaden, deren Balkone über und über mit Wäsche und Futons beladen sind, die an so einem Tag endlich wieder einmal trocknen können.

Übrigens: unser Balkon sah an diesem Tag auch nicht viel anders aus. ;-)

After almost three weeks of rain, there was one sunny sunday. So we went for a walk to the Tokyo Bay and we were even a little bit burned by the sun.
We could see that the weeks before the weather was really bad because on almost every balcony were many laundry and futons to dry in the sun.

Friday, May 26, 2006

IKEA und Carrefour

Seit etwa 4 Wochen gibt es bei Goethe eigentlich kein anderes Pausenthema mehr als:

IKEA

Endlich ist es soweit: alle Gaijins sind gerettet, Ikea hat in Tokyo eröffnet! Da gibt es dann nach langem Darben wieder mal Tische in angemessener Höhe und Breite und v.a. auch zu angemessenen Preisen! Für uns leider ein Jahr zu spät, aber das sollte uns doch nicht davon abhalten, bei diesem sehnsüchtigst erwarteten Möbelgiganten vorbeizufahren.

Leider haben sich das wohl auch tausende Japaner gedacht (zudem ist es natürlich blöd, ausgerechnet in der Goldenen Woche hinfahren zu wollen, wenn das gesamte japanische Volk frei hat und das Primärziel Shopping ist). Und so sahen wir uns dann einer kilometerlangen Schlange vor dem Eingang gegenüber und haben beschlossen, dass wir jetzt keine Stunde warten wollen, bis wir rein können, sondern gleich eine Station weiter fahren, zur nächsten Attraktion:

CARREFOUR

Schön gepflegt französisch einkaufen, welche Labsal für die Seele... Von leckerem Brot über Couscous für 700 Yen das Kilo (etwa 5 Euro, dafür bekommt man ihn nicht mal in Deutschland) zu echtem französischen Camembert. Wobei wir uns bei 1400 Yen (etwa 12 Euro) für die Packung dann doch entschieden haben unseren nächsten Frankreichurlaub abzuwarten...

Und so haben wir Ikea bis jetzt immer noch nicht gesehen, können aber wenigstens wieder lecker Couscous schmausen.

The most famous furniture store in Europe is IKEA. It has good furnitures for really cheap prices and that's why all Gaijins are really happy that it opened in Funabashi. Jean-Philippe and I also wanted to go there, just to see it, but when we arrived there were so many people that we would have had to wait for about one hour only to get inside. So we decided to go to Carrefour, a french supermarket where we could buy French bred, Couscous and Camembert (which indeed was so expensive that we didn't buy it). But we enjoyed the feeling in the french store and we can cook Couscous again.

Sunday, May 14, 2006

Japaner und ihre Hunde

Und weiter geht es mit den Kuriositäten des fernen Japans. Heute: Japaner und ihre Beziehung zu Hunden. Tja, was soll daran schon Besonderes sein?

Nun, als erstes können japanische Hunde nicht nackt rumlaufen, das gehört sich einfach nicht. Und so tragen sie alle ein T-shirt, und zwar nicht nur im Winter, sondern auch im Hochsommer, wenn ihre Herrchen schwitzen wie blöd und Frauchen sich ohne Sonnenschirm schon gar nicht mehr aus dem Haus wagt...

Und da Japaner sowieso ungern rausgehen, treffen sich dann alle
Hundebesitzer nicht im Park, sondern im Einkaufszentrum auf der Terrasse, die schön im Schatten liegt und den Rauchern und Hundefreunden vorbehalten ist (wer sonst - außer ein paar Gaijins - wäre so bescheuert, sich bei schönem und warmen Wetter draußen hinzusetzen?). Und so sitzen die lieben Köter dann in den Einkaufswagen mit der Werbeaufschrift von Pedigree und dürfen ihr Wasser am Tisch schlürfen und auch mal vom Hamburger ihrer Herrchen abbeißen - denn wer kann den süüüüüüüüßen Tierchen das schon verwehren?

Und da sie ja so süß und klein sind und sowieso als Kinderersatz dienen müssen, kann man ja schließlich auch nicht verlangen, dass sie beim Spazierengehen zu weit laufen, oder? Da muss dann schon ein Hundewagen her, damit sich der kleine Liebling auch nicht überanstrengt. Und wo der Wagen nicht hin kann, da werden die Tiere dann auf den Arm genommen und rumgetragen. Mit Tierliebe hat das wohl nur noch sehr entfernt etwas zu tun...

Friday, May 05, 2006

Affennasenpopel statt Ostereier


Im weit entfernten Japan bekommt man von den uns bekannten Feiertagen eigentlich so gut wie gar nichts mit. Und so kommt es, dass wir am Ostersonntag in Nikko waren, einer kleinen Stadt etwa 2 Stunden nördlich von Tokyo, das für seinen Tempel bekannt ist.


An einem der Tempelgebäude ist ein Relief der bekannten drei Affen. Und da es in Japan in jeder Stadt und bei jeder Sehenswürdigkeit Süßigkeiten gibt, die man in dieser Form nur an diesem spezifischen Ort finden kann, vermute ich, dass die drei Affen der Grund für die "Affennasenpopel" sind. Warum der Affe auf der Süßigkeitenpackung allerdings den Finger in der Nase hat, ist immer noch unklar.

Die "Popel" haben sich dann als ziemlich leckere, mit Schokolade überzogene Erdnüsse herausgestellt. Aber trotzdem kein Vergleich mi
t Schokoostereiern!